Die Handlungsbedeutung und der Personbegriff bei Martin Luther

In einer der späten Disputationen aus dem Jahr 1539 findet sich ein Satz, der Luthers Sicht vom Verhältnis zwischen Person und Handlung prägnant zusammenfasst. Er lautet: “fides facit personam, persona facit opera”.1 Person ist dabei nicht schon der Mensch. Person zu sein ist überhaupt nichts Substanzartiges. Ihr Sein besteht allein durch den Glauben an Christus und auch nur innerhalb dieser Beziehung, weshalb auch der Subjektbegriff nicht anwendbar ist. Das “Ich“ oder das “Selbst“ gehört noch zum Sein des Menschen. Darum haben die menschlichen Handlungen, oder in der Sprache Luthers, “die Werke“ des Menschen, ob gut oder schlecht, keinerlei konstitutive Bedeutung für die Seinsweise der Person.